Nachtgedanken II: Der Chronograph

Zeit
Verstreicht,
Und ich merke,
wie sie mich verändert:
prägt, formt – bindet.

In meinem Kopf
Gibt es jetzt
Eine Instanz,
Unbeirrbar, konstant, nüchtern.


Einen Chronographen,
Wächter über die Zeit,
der er ist,
weil sie ihn nicht berührt.
Er schreibt, notiert, hält fest –
Gleichgültig und korrekt,
Ein Stück Ewigkeit in mir.

Das Erschreckende:
Ich kann in ihm lesen,
Wie in einem Buch,
Trotz meines freien Falls
Durch die Zeit.

Ich lese nach,
Manchmal gerne,
Manchmal fasziniert sogar.
Es ist so imposant
Wie man sich verändert.

Unruhe zu Reife,
Neugierde zu Erfahrung –

Doch diesen Weg,
steht deutlich zwischen den Zeilen,
kann man nur einmal gehen.

Und langsam und wie von selbst
Unausweichlich und mit Selbstverständlichkeit
Sogar mit gewissem Stolz
Habe ich längst damit begonnen
Den eigenen Vorhang zu schliessen.

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