Des Jünglings Versuchung

Es schritt einst ein Jüngling im Mondlicht einher
Im finsteren Walde ging er spazieren
Die Füss war`n ihm müde, die Beine so schwer
Das tat ihn zu einer Rast inspirieren.

(Pfeifen)

Am Fusse des Waldsees setzt er sich nieder
Der funkelte schaurig im dämmrigen Schein
Er streckte behaglich die schmerzenden Glieder
Und schaute verträumt in die Tiefe hinein.

(Pfeifen)

Der Wind blies die Wellen so heimlich und leise
Und schreckliches Unheil nahm seinen Lauf.
Es brach sich das Mondlicht auf magische Weise
Da tauchte ein lieblich Gesicht vor ihm auf.

(Oh süsser Jüngling, komm zu mir hinab,
und find in der Tiefe ein eisiges Grab!)

Dem Jüngling das Blut in den Adern gefror
Doch wuchs ihm im Herzen eine sehnende Glut;
Da beugte er langsam zum Wasser sich vor
Und mit lautlosem Seufzen sank er in der Flut!

(Oh süsser Jüngling, nun bist Du mein,
für immer und ewig sollst mein Diener Du sein!).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.